04.02.2026
Handwerkskonjunktur in Frankfurt-Rhein-Main tritt stabil auf der Stelle
Die Handwerkskonjunktur im Raum Frankfurt-Rhein-Main trat auch im vierten Quartal 2025 auf der Stelle, wie der jüngste Konjunkturbericht der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main (HWK) zeigt. Die Einschätzungen zur Geschäftslage fallen ähnlich wie im vorherigen Quartal und wie im Vorjahresquartal aus. Der Auslastungsgrad der Betriebe allerdings entwickelte sich unterdurchschnittlich. Weiterhin spiegeln die Rückmeldungen zur Preisentwicklung die Sorgen der Betriebe vor neuerlichen Steigerungen wider.
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(Frankfurt, 04.02.2026) Insgesamt schätzten 35,3 Prozent der Handwerksbetriebe ihre aktuelle Geschäftslage im vierten Quartal 2025 als gut ein, 18 Prozent bezeichneten sie als schlecht. Beim Ausblick auf die Situation bis März 2026 gingen 21,4 Prozent der Betriebe von einer sich verbessernden Geschäftslage aus; 17,9 Prozent der befragten Handwerker erwarteten umgekehrt eine Verschlechterung. „Die Handwerkskonjunktur tritt zwar auf der Stelle, aber die Erwartungen der Betriebe für den Start ins Jahr 2026 sind stabil im Gegensatz zur Einschätzung der Gesamtwirtschaft in Deutschland“, so Armin Bayer, Abteilungsleiter Wirtschaftspolitik der HWK.
Auslastungsgrad fiel schwächer aus
Der Auslastungsgrad, also die durchschnittliche Auslastung der Betriebe, fiel im vierten Quartal 2025 erneut schwächer aus: Er belief sich auf 75,1 Prozent. Im unmittelbaren Vorquartal lag diese Größe bei 75,6 Prozent, der Vorjahreswertes kam auf 78,2 Prozent. Für das Gesamtjahr 2025 ergab sich damit eine durchschnittliche Auslastung von 77,0 Prozent, im Jahr 2024 wurden 79,3 erreicht. Dennoch zeigten sich in allen sieben befragten Gewerbegruppen Teile, die einen Auslastungsgrad oberhalb der 100-Prozent-Marke verzeichneten. Bei den personenbezogen Dienstleistungshandwerken betraf das 2,8 Prozent der Betriebe, bei den Gesundheitshandwerken 15,6 Prozent; der Rest rangierte dazwischen.
Handwerk erwartet steigende Einkaufspreise
Das Preisniveau im Handwerk, das im Zuge der Corona-Krise und des Ukraine-Krieges deutlich angestiegen war, hatte sich über die letzten Quartale abgeflacht. Der aktuelle Konjunkturbericht deutet nun eine wieder dynamischere Preisentwicklung an. Die Einkaufspreise sind nach Auskunft von 52,8 Prozent der Handwerksbetriebe gestiegen (Vorquartal 46,6 Prozent). Niedrigere Einkaufspreise verzeichnet weiter nur eine Minderheit von 4,7 Prozent (zuletzt 6,5 Prozent, Vorjahr 2,4 Prozent). Gesunkene Verkaufspreise mussten laut Bericht von 9 Prozent der Betriebe verkraftet werden. Vor drei Monaten lag diese Größe bei 8,9 Prozent, vor zwölf Monaten bei 5,8 Prozent. Bei der Vorausschau auf die weitere Preisentwicklung zu Jahresbeginn 2026 erwarten 67,8 Prozent der Betriebe steigende Einkaufspreise.
HWK-Geschäftsklimaindikator
Der HWK-Geschäftsklimaindikator, der die aktuelle und zukünftige Einschätzung zur Geschäftslage zu einer einzigen Größe in einer Skala von 0 bis 200 Punkten zusammenfasst, legte von 135,3 Punkten im dritten Quartal 2025 auf 137,2 Punkte im vierten Quartal zu. Er bleibt damit auch günstiger als sein Vergleichswert aus dem Vorjahr (130,5 Zähler). Je höher der Indikatorwert, desto besser das Geschäftsklima.
Über die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main Die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main ist als Körperschaft öffentlichen Rechts erste Ansprechpartnerin für mehr als 33.000 Handwerksbetriebe mit rund 160.000 Beschäftigten und rund 9.000 Auszubildenden in der Metropolregion Rhein-Main (Landkreise Hochtaunus, Main-Taunus, Groß-Gerau, Offenbach, Darmstadt-Dieburg, Bergstraße, Odenwald sowie die kreisfreien Städte Frankfurt am Main, Darmstadt und Offenbach). Als „Wirtschaftsmacht von Nebenan“ generierten die Mitgliedsbetriebe der Kammer einen Umsatz in Höhe von 19,1 Milliarden Euro im Jahr 2024. Zu den Kernaufgaben der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main zählen neben Aspekten der hoheitlichen Selbstverwaltung des Handwerks - wie etwa Ausbildung, Prüfungswesen und Führen der Handwerks- und Lehrlingsrolle - auch berufliche Bildungsangebote, Nachwuchskräfteförderung und vielfältige Beratungsangebote für Betriebsinhaber, wie beispielsweise zu Themen der Betriebsübergabe an nachfolgende Generationen. Als Botschafter des Handwerks zählt auch die Interessensvertretung auf regionaler, Bundes- sowie EU-Ebene zu den Aufgaben der Handwerkskammer. www.handwerkskammer-rhein-main.de